8.000 Jahre Weintradition, endlose Rebflächen vor schneebedeckten Kaukasus-Gipfeln, Klöster auf Hügelkuppen und Tongefäße in der Erde, in denen der Wein reift, wie er es seit der Bronzezeit tut. Willkommen in Kachetien.
Warum Kachetien die wichtigste Region nach Tiflis ist
Wenn Sie nur eine Region außerhalb von Tiflis besuchen, sollte es Kachetien sein.
Georgien gilt als Wiege des Weins – archäologische Funde belegen Weinherstellung vor 8.000 Jahren. Und Kachetien ist, wo 70 Prozent des georgischen Weins entsteht. Aber diese Region ist weit mehr als ein Weingebiet. Sighnaghi, die „Stadt der Liebe“, sitzt auf einem Hügel über dem Alasani-Tal und gehört zu den schönsten Kleinstädten des Landes. David Garedscha ist ein Höhlenkloster in der Halbwüste an der Grenze zu Aserbaidschan. In Tusheti, dem abgelegenen Hochgebirge im Nordosten, stehen noch mittelalterliche Wehrtürme, und die Bergpfade gehören zu den eindrucksvollsten im gesamten Kaukasus.
Kachetien beginnt 90 Minuten östlich von Tiflis. Keine Passstraßen, keine komplizierten Anfahrten. Das macht die Region zum zugänglichsten Ausflugsziel Georgiens – als Tagestrip (gehetzt, aber machbar) oder besser mit zwei bis drei Übernachtungen.
Ist Kachetien touristisch? Ja, besonders die Hauptroute zwischen Telawi und Sighnaghi. Hat der Weintourismus die Region verändert? Sicher – viele Weingüter haben Verkostungsräume, Restaurants und Hotels gebaut. Aber mindert das den Wert? Nein. Auch mit den Besuchermassen bleiben die Weine echt, die Traditionen lebendig und die Landschaft unwirklich schön.
Wein in Kachetien: Was Sie wissen sollten
Die Qvevri-Methode – 8.000 Jahre alt, immer noch aktuell
Das Besondere an georgischem Wein ist nicht nur sein Alter, sondern die Art, wie er hergestellt wird. Qvevri (georgisch: ქვევრი) sind große, eiförmige Tongefäße – manche fassen bis zu 3.000 Liter – die in den Boden eingegraben werden. Die Trauben werden nach der Ernte mitsamt Schalen, Kernen und oft auch Stielen in die Qvevri gefüllt. Natürliche Hefen von den Traubenschalen starten die Gärung. Der Wein reift unterirdisch bei konstanter Temperatur, oft mehrere Monate.
Bei weißen Trauben entsteht durch den langen Schalenkontakt der sogenannte Orangewein (oder Amberwein): tanninreich, nussig, oxidativ und komplex – etwas völlig anderes als ein europäischer Weißwein. Man liebt ihn oder findet ihn gewöhnungsbedürftig. In jedem Fall ist es eine Erfahrung.
Die UNESCO hat die Qvevri-Weinherstellung 2013 als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt. In Kachetien können Sie sie nicht nur sehen, sondern den Wein direkt aus dem Tongefäß verkosten – und, wenn Sie zur Erntezeit kommen, sogar am Keltern teilnehmen.
Die Rebsorten, die man kennen sollte
| Rebsorte | Farbe | Charakter | Passt zu |
|---|---|---|---|
| Saperavi | Rot (fast schwarz) | Tiefe Farbe, viel Tannin, Aromen von dunklen Beeren, Gewürzen, Leder. Reift hervorragend | Gegrilltes Fleisch, Eintöpfe, gereifter Käse |
| Rkaziteli | Weiß | Modern: frisch, zitrusartig, mineralisch. Im Qvevri: tanninreich, nussig, Orangewein | Georgische Küche, fettes Fleisch, Käse |
| Mtsvane | Weiß | Aromatisch, oft mit Rkaziteli verschnitten | Salate, helles Fleisch |
| Kisi | Weiß | Komplex, lagerfähig, exzellent für Qvevri | Reife Käse, Nussgerichte |
| Khikhvi | Weiß | Selten, ergibt hervorragende Qvevri-Weine | Fischgerichte, Geflügel |
Insgesamt kennt Georgien über 500 autochthone Rebsorten – mehr als jedes andere Weinland der Welt. Die meisten werden nur in kleinen Mengen angebaut, was jeden Besuch bei einem Familienweingut zur Entdeckungsreise macht.
Deutsche Winzer in Kachetien – eine überraschende Verbindung
Für deutschsprachige Weinreisende hat Kachetien eine besondere Pointe: Zwei der bekanntesten modernen Weingüter der Region wurden von Deutschen gegründet.
Schuchmann Wines in Kisiskhevi bei Telawi entstand 2008, als der deutsche Industrielle Burkhard Schuchmann seine Leidenschaft für Georgien in ein Weingut verwandelte. Das Konzept folgt dem französischen Château-Prinzip: Weinberge in drei ausgewählten Lagen (Napareuli, Zinandali, Kindsmarauli), ein moderner Keller, der europäische Standards mit der traditionellen Qvevri-Methode verbindet, und ein stilvolles Hotel mit Spa, Pool und Restaurant. Die Weine – vor allem der Saperavi Selektion und der Qvevri-Kisi – haben internationale Auszeichnungen gewonnen. Das Weingut liegt inmitten von Rebflächen mit Panoramablick auf den Großen Kaukasus.
Das zweite deutsch-georgische Projekt ist Château Mosmieri, ebenfalls bei Telawi. 2017 eröffnete der Deutsche Jörg Matthies das Weingut gemeinsam mit dem georgischen Top-Önologen David Maisuradze. „Mosmieri“ bedeutet im Altgeorgischen „Weinliebhaber“ – und genau so fühlt sich ein Besuch an: ruhiger, intimer als bei den großen Produzenten, mit Blick auf schneebedeckte Gipfel und einem Restaurant, das georgische Küche mit den eigenen Weinen serviert.
Beide Weingüter sind besuchbar, beide haben Übernachtungsmöglichkeiten, und beide bieten geführte Verkostungen an. Für deutsche Besucher, die gerne über Weinbau ins Gespräch kommen, ist der Besuch bei Schuchmann oder Mosmieri ein Stück deutsch-georgische Kulturgeschichte zum Anfassen – und zum Trinken.
Sighnaghi – die Stadt, die zu schön für Georgien aussieht
Sighnaghi sitzt auf einem Hügel über dem Alasani-Tal, umgeben von einer 4 Kilometer langen Stadtmauer aus dem 18. Jahrhundert mit 23 Wachtürmen. Darunter breiten sich Weinberge aus, dahinter steigen die schneebedeckten Kaukasus-Gipfel auf. Kopfsteinpflastergassen, pastellfarbene Häuser mit geschnitzten Balkonen, blühende Terrassen. Es sieht beinahe inszeniert aus – und teilweise ist es das auch.
Die Stadt war bis Anfang der 2000er Jahre fast verlassen. Unter Präsident Saakaschwili wurde sie ab 2007 grundlegend renoviert. Ob die Restaurierung behutsam war oder eher Disneyfizierung, darüber streiten sich die Georgier bis heute. Ergebnis ist jedenfalls einer der meistbesuchten Orte des Landes.
Den Beinamen „Stadt der Liebe“ verdankt Sighnaghi seinem rund um die Uhr geöffneten Standesamt – ein Marketingcoup, der funktioniert hat. Die romantische Kulisse tut ihr Übriges.
Was man in Sighnaghi sehen und tun sollte
Die Stadtmauer ist frei zugänglich und lässt sich abschnittsweise begehen. Die östliche Seite bietet den besten Blick – besonders zum Sonnenaufgang über dem Alasani-Tal. Planen Sie ein bis zwei Stunden ein.
Die Altstadt selbst ist in einer Stunde durchlaufen. Kleine Galerien, Cafés auf Terrassen, Souvenirläden (touristisch, aber einiges mit Qualität). Lohnt sich am meisten in den Morgenstunden, bevor die Reisebusse eintreffen.
Kloster Bodbe liegt 2 km unterhalb von Sighnaghi und ist der Ort, an dem die heilige Nino – die Georgien im 4. Jahrhundert zum Christentum bekehrte – begraben ist. Ein bedeutender Wallfahrtsort mit schönem Garten und Ausblick. Eintritt frei, bescheidene Kleidung erforderlich, Frauen mit Kopftuch. Zu Fuß bergab in 30–40 Minuten, bergauf anstrengender – alternativ per Taxi (5–10 Lari hin und zurück).
Das Museum Sighnaghi zeigt archäologische Funde, ethnographische Ausstellungen und Werke des georgischen Malers Niko Pirosmanaschwili. Eintritt: 7 Lari. Montags geschlossen.
Essen und Trinken in Sighnaghi
Das beste Restaurant der Stadt – und möglicherweise der ganzen Region – ist das Pheasant’s Tears, angeschlossen an das gleichnamige Naturwein-Weingut. Traditionelle georgische Küche mit Zutaten vom eigenen Hof und eine hervorragende Weinkarte. Reservierung ist dringend empfohlen (15–25 € pro Person mit Wein). Dazu kommen Okro’s Wines (eigene Weine, kachetische Küche, 10–18 €) und Restaurant 49 (klassisch georgisch, gute Terrasse mit Talblick). Für eine Abwechslung: Pancho Villa – mexikanisch-georgische Fusionsküche, die erstaunlich gut funktioniert.
Die authentischsten und günstigsten Mahlzeiten bekommt man oft in Gästehäusern, die Abendessen mitanbieten.
Übernachten in Sighnaghi
| Kategorie | Preis/Nacht | Was Sie erwartet |
|---|---|---|
| Budget | 20–35 € | Familiäre Gästehäuser, sauber, oft mit Frühstück und Talblick |
| Mittelklasse | 40–80 € | Boutique-Gästehäuser in renovierten Altstadthäusern (z.B. Kabadoni, Zandarashvili) |
| Gehoben | 80–150 € | Stilvolle Hotels mit Pool und Weinkeller (z.B. Pheasant’s Tears Guesthouse, Hotel Brigitte) |
Tipp: Zimmer mit Talblick buchen – das ist der halbe Grund, in Sighnaghi zu übernachten. In der Erntezeit (September/Oktober) unbedingt vorbuchen.
Telawi – die andere Seite von Kachetien
Telawi ist die Regionalhauptstadt (ca. 20.000 Einwohner) – größer, ungeschliffener und ehrlicher als Sighnaghi. Kein Touristenort, sondern eine georgische Arbeitsstadt mit Markthalle, Schulen und Alltag. Wer das authentische Kachetien sucht, findet es hier.
In der Stadt selbst gibt es eine 900 Jahre alte Platane im Zentrum, die Festung Batonis-Ziche (Königsresidenz aus dem 17./18. Jahrhundert, kleines Museum, 5 Lari Eintritt) und gute, preiswerte Restaurants, in die vor allem Einheimische gehen. Die großen Sehenswürdigkeiten – Alaverdi, Gremi, Ikalto – liegen in der Umgebung.
Übernachten in Telawi: Gästehäuser (15–30 €), solide Hotels (25–50 €). Oder direkt auf einem Weingut – Schuchmann und Mosmieri liegen wenige Kilometer entfernt.
Telawi als Basis wählen, wenn: Sie zentraler liegen wollen (kürzere Wege zu den Weingütern und Klöstern), weniger Touristen bevorzugen und bessere Preise beim Essen schätzen. Sighnaghi wählen, wenn: Ihnen Atmosphäre, Aussicht und Fotokulisse wichtiger sind.
Die großen Sehenswürdigkeiten in Kachetien
Klöster und Kirchen
Die Alaverdi-Kathedrale (11 km von Telawi) ist eines der höchsten und ältesten Kirchengebäude Georgiens – ein gewaltiger Bau aus dem 11. Jahrhundert, der sich aus der Ebene des Alasani-Tals erhebt. Jedes Jahr Ende September findet hier das Weinerntefest Alaverdoba statt.
Gremi war im 16. und 17. Jahrhundert die Hauptstadt des kachetischen Königreichs. Die Erzengel-Kirche auf dem Festungshügel, der Kaukasus im Hintergrund – ein Postkartenmotiv, das hält, was es verspricht.
Das Kloster Ikalto beherbergt die Ruinen einer der ältesten Akademien der Welt (9. Jahrhundert), an der unter anderem Weinbau und Weinkultur gelehrt wurden – eine Universität des Weins, Jahrhunderte vor jeder europäischen Entsprechung.
David Garedscha liegt im Südosten, in der Halbwüstenlandschaft an der aserbaidschanischen Grenze. Ein Höhlenklosterkomplex aus dem 6. Jahrhundert mit Fresken aus dem 12. Jahrhundert, eingebettet in eine karge, fast lunar anmutende Landschaft. Der Kontrast zum grünen Alasani-Tal könnte kaum größer sein. Achtung: Teile des Klosterkomplexes liegen auf aserbaidschanischem Gebiet – gelegentlich werden Besucher von Grenzposten zurückgeschickt.
Weitere sehenswerte Sakralbauten: Alt-Schuamta (5. und 7. Jahrhundert, Waldlichtung), Neu-Schuamta (Nonnenkloster, 16. Jh.), Nekresi (Kloster auf einem Bergrücken mit Panoramablick).
Festungen
Neben Gremi lohnen sich die Ruinen von Khornabuji, Ujarma und Bochorma – alle mit Aussicht und Geschichte, alle ohne die Besuchermassen der Hauptattraktionen.
Natur und Nationalparks
Kachetien hat vier bedeutende Schutzgebiete: den Nationalpark Vashlovani (Halbwüste, Canyons, Jeep-Touren), das Lagodekhi-Schutzgebiet (subtropischer Wald, Wanderwege, Wasserfälle), den Nationalpark Tusheti (Hochgebirge, nur im Sommer erreichbar) und das Batsara-Reservat (Eibenwald).
Rtweli – die Weinlese miterleben
Von Ende September bis Oktober wird in Kachetien die Rtweli gefeiert – die Weinlese. In ganz Georgien ist dies eine der wichtigsten Zeiten des Jahres. Familien kommen zusammen, Trauben werden von Hand gelesen, im traditionellen Satsnakheli (Holzpresse) getreten, und der neue Most kommt in die Qvevri.
Einige Weingüter bieten Touristen die Teilnahme an: Trauben pflücken, beim Treten mithelfen, anschließend eine Supra (georgisches Festmahl) mit frischem Most und viel Essen. Kosten liegen bei 50–150 € pro Person – vorab reservieren ist Pflicht. Die Erfahrung kann inszeniert wirken (die echten Familien-Ernten sind intimer), aber sie vermittelt einen Eindruck davon, was Wein in Georgien bedeutet: nicht Produkt, sondern Kultur.
Wer authentische Rtweli-Erlebnisse sucht, braucht lokale Kontakte. Sprechen Sie uns an – wir vermitteln den Zugang.
Tusheti – das andere Kachetien
Im nordöstlichen Kachetien, an der Grenze zu Tschetschenien und Dagestan, liegt Tusheti – eine Hochgebirgsregion, die wie aus einer anderen Zeit wirkt. Mittelalterliche Steintürme (Koshkebi) ragen aus alpinen Dörfern auf 1.900 bis 2.300 m Höhe. Keine asphaltierten Straßen, kaum Mobilfunkempfang, Strom aus Generatoren. Die Anfahrt von Telawi über den Abano-Pass (2.926 m) dauert drei bis vier Stunden auf einer der gefährlichsten Straßen Europas: Haarnadelkurven, kein Geländer, steile Abgründe. Nur mit Geländewagen. Nur von Ende Juni bis Oktober, wenn der Schnee geschmolzen ist.
Wer die Anfahrt wagt, wird belohnt: unberührte Natur, mehrtägige Trekkingtouren von Dorf zu Dorf (Omalo, Dartlo, Girevi), uralte Traditionen, die durch Isolation überdauert haben, und einige der eindrucksvollsten Bergpanoramen des Kaukasus.
Wichtig für Tusheti: Nur Bargeld – Karten werden nicht akzeptiert. Kein Schweinefleisch mitbringen (lokale Tradition). Eigene Vorräte einpacken – Einkaufsmöglichkeiten sind minimal und teuer. Mobilfunk funktioniert nur an wenigen Stellen.
Ausführliche Informationen finden Sie in unserem Tusheti Reiseführer.
Praktische Tipps für Kachetien
Anreise ab Tiflis
| Option | Preis | Dauer | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Marshrutka nach Telawi | 10–12 Lari (ca. 3–4 €) | 2–2,5 Std. | Ab Didube, häufige Verbindungen |
| Marshrutka nach Sighnaghi | 8–10 Lari (ca. 3 €) | 2 Std. | Ab Samgori, seltener als Telawi |
| Organisierte Tagestour | 40–60 € | 10–12 Std. | Transport, Guide, 3–4 Weinproben inklusive |
| Privater Fahrer | 80–120 €/Tag | Flexibel | Am bequemsten, Fahrt + Wartezeit |
| Mietwagen | ab 30 €/Tag | Flexibel | Nicht empfehlenswert, wenn Sie Wein verkosten wollen |
Zum Thema Alkohol am Steuer: Georgien hat strenge Gesetze. Wer tagsüber Wein probiert, braucht einen Fahrer, eine organisierte Tour oder ein Taxi. Einen Mietwagen nehmen und dennoch verkosten – das funktioniert weder legal noch sicher.
Budget-Überblick
| Ausgabe | Ungefährer Preis |
|---|---|
| Ganztägige Weintour (organisiert) | 40–60 € |
| Flasche Wein direkt vom Weingut | 10–30 € |
| Mittagessen mit Wein auf dem Weingut | 15–25 € |
| Übernachtung Gästehaus (Sighnaghi) | 20–35 € |
| Übernachtung Weinhotel (Schuchmann, Mosmieri) | 80–150 € |
| Museum Sighnaghi | 7 Lari (ca. 2,30 €) |
| Rtweli-Erlebnis (Ernteteilnahme + Festmahl) | 50–150 € |
Verglichen mit Weinregionen wie der Toskana, Bordeaux oder dem Napa Valley ist Kachetien erstaunlich günstig – bei einer Weinqualität, die zunehmend internationale Aufmerksamkeit erregt.
Beste Reisezeit
| Zeitraum | Bewertung |
|---|---|
| Mai–Juni | Ideal – angenehme Temperaturen, blühende Landschaften, moderate Besucherzahlen |
| Juli–August | Heiß (35 °C+), staubig. Für Weinverkostungen in klimatisierten Kellern erträglich, für Besichtigungen weniger |
| September–Oktober | Weinlese (Rtweli) – atmosphärisch, aber voll. Goldenes Laub in den Rebflächen, Festivals, beste kulinarische Zeit |
| November–März | Ruhig, kalt, wenige Touristen. Weingüter offen, aber einige touristisch ausgerichtete Betriebe reduzieren das Angebot |
Häufig gestellte Fragen zu Kachetien
Wie komme ich von Tiflis nach Kachetien?
Kachetien liegt 90–120 km östlich von Tiflis (1,5–2 Stunden Fahrt). Marshrutkas fahren ab Tiflis-Didube regelmäßig nach Telawi und Sighnaghi. Organisierte Tagestouren kosten ab 40–60 € pro Person inklusive Transport und Weinproben. Mit dem Mietwagen ist man flexibler, sollte aber bedenken, dass man bei Weinverkostungen nicht fahren darf. Ein privater Fahrer für den Tag kostet ca. 80–120 €.
Wie viele Tage braucht man für Kachetien?
Mindestens 2–3 Tage für die wichtigsten Weingüter, Sighnaghi und die großen Klöster. 4–5 Tage, wenn Sie auch David Garedscha, Tusheti oder kleinere Weingüter einplanen möchten. Ein Tagesausflug ab Tiflis ist möglich, aber sehr gehetzt.
Was ist Qvevri-Wein?
Qvevri sind große Tongefäße, die in den Boden eingegraben werden. Trauben fermentieren dort mitsamt Schalen und Kernen mit natürlichen Hefen – eine Methode, die seit 8.000 Jahren nachgewiesen ist und zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Das Ergebnis sind komplexe, tanninreiche Weine. Bei Weißweinen entsteht der typische georgische Orangewein.
Gibt es deutsche Weingüter in Kachetien?
Ja. Schuchmann Wines (gegründet 2008 von Burkhard Schuchmann) und Château Mosmieri (gegründet 2017 von Jörg Matthies) liegen beide bei Telawi. Beide verbinden europäische und georgische Weinherstellung und bieten Verkostungen, Restaurants und Übernachtungen.
Wann ist die beste Reisezeit?
Mai–Juni und September–Oktober. Die Weinlese (Rtweli) Ende September/Oktober ist die atmosphärischste Zeit. Juli/August sind sehr heiß.
Was kostet eine Weinreise in Kachetien?
Ganztägige Weintour mit Transport und Verkostungen: 40–60 €. Flasche Wein ab Weingut: 10–30 €. Übernachtung in Sighnaghi: ab 20 €. Im Vergleich zu Toskana oder Bordeaux ein Bruchteil der Kosten.
Was ist Rtweli?
Die georgische Weinlese von Ende September bis Oktober. Einige Weingüter bieten Touristen Ernte-Erlebnisse an: Trauben pflücken, traditionelles Traubentreten, Festmahl. Kosten: 50–150 € pro Person. Voranmeldung zwingend erforderlich.
Welche Rebsorten sollte man kennen?
Saperavi (rot, tiefdunkel, tanninreich) und Rkaziteli (weiß, als Orangewein oder frisch ausgebaut). Interessant auch: Mtsvane, Kisi, Khikhvi.
Kann man Kachetien als Tagesausflug besuchen?
Ja, aber mit Abstrichen. Ein Tag reicht für 2–3 Weingüter, Sighnaghi und ein Kloster. Wer die Region richtig kennenlernen möchte, sollte mindestens eine Nacht bleiben.
Wo übernachtet man am besten?
Sighnaghi für Atmosphäre und Aussicht. Telawi für Zentralität und Authentizität. Direkt auf dem Weingut (Schuchmann oder Mosmieri) für Weinliebhaber.
Ist Kachetien für Nicht-Weintrinker interessant?
Ja. Klöster (Alaverdi, Gremi, David Garedscha), das malerische Sighnaghi, die Halbwüste von Vashlovani, die Bergwelt von Tusheti und die ausgezeichnete Küche machen die Region auch ohne Weinverkostung sehenswert.
Lohnt sich Tusheti?
Für Abenteuerlustige unbedingt. Nur von Juni bis Oktober erreichbar, nur mit Geländewagen. Mittelalterliche Steintürme, alpine Wildnis, mehrtägige Trekkingtouren. Planen Sie mindestens 3 zusätzliche Tage ein.
Warum Kachetien wichtig ist
Vor 8.000 Jahren hat jemand im Alasani-Tal herausgefunden, dass man Trauben in einem Tongefäß in der Erde zu etwas Besonderem werden lassen kann. Diese Tradition wurde seitdem nie unterbrochen – nicht durch persische Invasionen, nicht durch arabische Herrschaft, nicht durch mongolische Zerstörung, nicht durch sowjetische Kollektivierung.
Heute erlebt Kachetien eine Weinrenaissance. Junge Winzer kehren zu traditionellen Methoden zurück und produzieren Naturweine, die Sommeliers in Berlin, New York und Tokio begeistern. Gleichzeitig professionalisieren große Weingüter den Zugang zu georgischem Wein für internationale Gaumen. Man kann noch immer 80-jährige Winzer in Dorfkellern besuchen, die Wein genau so machen wie ihre Großväter. Und ein paar Kilometer weiter steht ein modernes Château mit Verkostungsraum und Sommelier.
Ja, der Weintourismus hat Kachetien verändert. Sighnaghi wurde renoviert. Preise sind gestiegen. Einige raue Kanten wurden abgeschliffen. Aber das Wesentliche bleibt: Der Wein ist echt. Die Tradition lebt. Die Landschaft ist atemberaubend. Und die Erfahrung, Wein dort zu trinken, wo er vor 8.000 Jahren erfunden wurde – in der Methode, in der er erfunden wurde – ist durch nichts zu ersetzen.
Kachetien mit Highlander Travel erleben
Ob eine kompakte Weintour, eine umfassende Erkundung der georgischen Weinkultur oder ein Abenteuer im abgelegenen Tusheti – wir helfen Ihnen, Kachetien so zu erleben, wie es hinter der touristischen Oberfläche aussieht.
Wir arbeiten mit kleinen Familienweingütern, organisieren private Verkostungen in Kellern, die kein Reiseführer listet, reservieren bei Pheasant’s Tears (immer ausgebucht) und planen Tusheti-Touren mit erfahrenen lokalen Fahrern.
Beliebte Kachetien-Kombinationen:
- Klassische Weintour (2–3 Tage ab Tiflis)
- Kachetien + Mtskheta + Kazbegi (5–7 Tage: Wein, Geschichte, Berge)
- Tusheti-Abenteuer + Wein (7–10 Tage: Trekking + Weinkultur)
- Ganz Georgien (12–14 Tage: alle Regionen inklusive Kachetien)